Margareta Ramhold, genannt „die Ramholdin“ (um 1570 geb.), wurde am 20. September 1628 „von wegen Druttenwergks und Zauberey“ am Gerichtsplatz an der Hohen Straße in Coburg auf dem Scheiterhaufen verbrannt - eines der vermutlich mehr als 150 Opfer des auch im Fürstentum Coburg wütenden „Hexenwahns“. Bei „Druttenwergk“ (Hexenwerk) darf durchaus an den Druiden Miraculix aus dem Asterix-und-Obelix-Kosmos gedacht werden. Zu den Opfern zählten vor allem Frauen - aber es wurden auch Männer wg. „Hexerei“ hingerichtet und selbst Kinder waren vereinzelt nicht vor der Hinrichtung geschützt. Alles getreu dem Bibelwort (AT, 2. Buch Mose 22,18) - von Luther so übersetzt: „Die zeuberinnen soltu nicht leben lassen“. Begonnen hatte die Verfolgung Margaretas, als sie eine öffentliche Streiterei mit ihrem Nachbarn hatte, einem hohen Justizbeamten, der selbst an den „Hexenprozessen“ als Ankläger beteiligt war - dieser benutzte sein Amt, um sich zu rächen. Verdächtigungen wurden geäußert: Dass die Angeklagte magische Praktiken ausübte, als „drach“ über die Dächer geflogen sei, Schuld am Tode der ersten Kinder ihrer Stiefenkelin und deren Mann, dem berühmten Direktor des Gymnasiums Casimirianum, J.M. Meyfart, sei. Die Ramholdin wurde schwer gefoltert - nach mehr als 6 Stunden der Folter gesteht sie alles. Und widerruft später. Wieder Folter und Geständnis und wieder erfolgt der Widerruf. Wie soll man auch etwas gestehen, das nur in der Phantasie einer missgünstigen, abergläubischen, habsüchtigen und vorurteilsgeleiteten Gesellschaft existierte, die vom Glauben an den Teufel und „das Böse“ vergiftet war? Selbst Martin Luther glaubte an die Existenz „des Teufels“. In dieser Welt herrschten allein Willkür und Niedertracht - inmitten des Mordens und der entfesselten Gewalt des Dreißigjährigen Krieges.
Weitere Infos:
- Rainer Hambrecht: Margareta Ramhold (ca. 1570–1628), als Hofsattlerin geachtet, als Hexe verbrannt. In: „Seien Sie doch vernünftig!“ - Frauen der Coburger Geschichte; Hrsg. von Gaby Franger, Edmund Frey, Brigitte Maisch, Coburg 2008, S. 56-72.
- Egbert Friedrich: Hexenjagd im Raum Rodach und die Hexenprozessordnung von Herzog Johann Casimir, Schriftenreihe des Rodacher Rückertkreises e.V., Bad Rodach 1995.